Am 30. Juni 1951 beschließt der Landtag des Saarlandes das Gesetz zur Errichtung einer Arbeitskammer im Saarland. Damit erhält die saarländische Arbeitnehmerschaft eine öffentlich-rechtliche Einrichtung zur Vertretung ihrer Interessen in Wirtschaft und Politik.

Geschichte der Arbeitskammer des Saarlandes

Erste Bestrebungen zur Gründung gab es bereits im 19. Jahrhundert. Die Jahre nach dem 1. Weltkrieg, mit dem Erstarken von Gewerkschaften und Arbeiterparteien, waren geprägt von Arbeitskämpfen und dem Wunsch der Arbeiterschaft nach einer betrieblichen und überbetrieblichen Interessensvertretung.
Davon zeugen nachfolgenden beiden Fotos aus den zwanziger Jahren. Im Saargebiet kam erschwerend hinzu, dass das Betriebsrätegesetz der Weimarer Republik hier nicht galt. Hier schuf die Regierungskommission im Auftrag des Völkerbundes 1925 die erste und damals noch paritätisch besetzte Arbeitskammer. 
AK-Beiträge "Saarhundert"

Publikation "Die Einheitsgewerkschaft im Saarstaat 1945 – 1955/57"

1951 beschließt der Landtag des Saarlandes, eine Arbeitskammer einzurichten, als öffentlich-rechtliche Vertretung der Arbeiter und Angestellten. Die Kammer hatte die Aufgabe, „die allgemeinen wirtschaftlichen und sozialen Interessen der Arbeitnehmer" zu wahren und dabei zu helfen, ihre wirtschaftlichen und sozialen Lage zu verbessern.
1952 wurde dann die erste Kammerversammlung gewählt, und zwar direkt von den im Saarland beschäftigten Arbeitnehmer*innen.
Es gab zwei Listen. Die Einheitsgewerkschaft erhielt 20, die Christliche Gewerkschaft 10 Sitze. Die Karikatur aus der Zeit zeigt das damalige Rollenverständnis recht deutlich. 

Publikation "Ein langjähriger Wunsch der Arbeitnehmerschaft"

1953 wurde Arka-Reisen, das Ferienwerk der Arbeitskammer gegründet. Es ermöglichte vielen saarländischen Arbeitnehmern zum ersten Mal eine Urlaubsreise zu unternehmen.
Die Arbeitskammer kaufte größere Kontingente von Hotelzimmern auf und konnte sie deshalb zu günstigen Konditionen anbieten. Anfangs waren es vor allem Busreisen nach Bayern, an die Nordsee, nach Österreich und Frankreich. Später kamen auch entferntere Ziele dazu.

Das Angebot richtete sich vor allem an (kinderreiche) Familien. Dafür konnten die Familien auch Urlaub ansparen - nämlich über Sparmarken, die bei der Arbeitskammer, in Gewerkschaftsbüros und bei den Sparkassen ausgegeben wurden. Diese konnten dann bei Reisebuchung eingelöst werden. 

Das Ferienwerk gab es bis 1998.

Seit 1967 hieß das Ferienwerk Arka-Reisen. Um das Reiseangebot attraktiv zu halten und ganz im Trend der Zeit zu liegen, stieg Arka-Reisen Anfang der 1970er in das Fluggeschäft ein. Die AK entschloss sich, Charterflüge in Eigenregie zu veranstalten. Ziel war es auch, den Flughafen, der in den 1960er Jahren auf der Ensheimer Höhe angelegt worden war, aktiv zu fördern.

Die ersten Arka-Charterflüge vom Ensheimer Flughafen starteten 1973 nach Palma de Mallorca, Pula (Jugoslawien), Rimini und Gerona (Costa Brava). Bis 1977 wurde die Palette um Bulgarien, die Karpaten (Rumänien), Montenegro, Kanarische Inseln, Costa del Sol und Costa Blanca erweitert. Später kamen weitere klassische Reiseländer wie Portugal und Griechenland, aber auch Übersee-Ziele hinzu.

Das Engagement der AK führte übrigens auch dazu, dass Hapag-Lloyd einen Ferienflieger fest in Saarbrücken stationierte.

1964 gründete die AK das Feriendorf in Scheidegg (Allgäu) - eine Anlage mit 33 Bungalows. Ebenfalls in den 60er Jahren gebaut wurden das AK-Feriendorf Marina di Campo auf Elba mit 25 Ferienhäuser direkt am Strand.

Die Feriendörfer blieben im Gegensatz zum Ferienwerk an sich bis in die 90er in AK-Hand. Hier wirkte der Gedanke des Sozialtourismus noch weiter fort, während Arka-Reisen schon in den 70ern an einen kommerziellen Anbieter verkauft wurde. Spätestens in den 90ern war die Zeit des Sozialtourismus aber vorbei. Reisen war schon längst ein Massenphänomen mit stetig sinkenden Preisen.