Sie befinden sich bei der Arbeitskammer des Saarlandes - Pressedienst vom 20. Juni 2018

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Urlaub ohne Fallen

Damit die schönste Zeit des Jahres nicht zum Flop wird. Hier die AK-Urlaubstipps für eine entspannte Erholung.

Gibt es eigentlich einen Mindesturlaub?

Durchaus. Er beträgt mindestens 24 Werktage oder – anders ausgedrückt - vier Wochen im Jahr, und zwar für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, unabhängig davon, ob sie teilzeit- oder vollzeitbeschäftigt sind.  Bei der Fünftagewoche entspricht der Mindesturlaub 20 Urlaubstagen. Arbeitet jemand dagegen beispielsweise nur an zwei Tagen in der Woche, hat er ebenfalls einen Anspruch auf vier Wochen Urlaub im Jahr, was in seinem Fall dann acht bezahlten Urlaubstagen entspricht. Weniger als vier Wochen Urlaub geht auf keinen Fall,  mehr geht natürlich immer. Das regeln dann Tarifverträge oder der Arbeitsvertrag. Schwerbehinderte Menschen und Jugendliche haben einen höheren Urlaubsanspruch.

Darf ich den Urlaub am Stück nehmen?

Zumindest zwei Wochen Urlaub im Jahr müssen zusammenhängend gewährt werden. Möchten Sie mehr oder sogar den ganzen Urlaub am Stück nehmen, ist diesem Antrag zu entsprechen, wenn weder betriebliche noch sonstige triftige Gründe dagegen sprechen.

Kann ich mir den Urlaub auch auszahlen lassen anstatt ihn in Freizeit zu nehmen?

Nein. Da der Urlaub der Erholung dient, muss er in Freizeit genommen werden. Ein Anspruch auf eine Auszahlung des Urlaubs besteht nur in dem Ausnahmefall, dass das Arbeitsverhältnis endet und der Urlaub bis zur Beendigung nicht mehr in Freizeit genommen werden kann, zum Beispiel wegen Krankheit.

Was ist, wenn ich im Urlaub krank werde?

Dann werden Ihnen die Urlaubstage gutgeschrieben. Voraussetzung ist aber, dass Sie beim Arbeitgeber ein ärztliches Attest über die Tage der Arbeitsunfähigkeit einreichen.

Wann kann ich Urlaub nehmen?

Das sollten Sie mit Ihrem Arbeitgeber und Ihren Kollegen frühzeitig absprechen. Der Arbeitgeber muss grundsätzlich die Urlaubswünsche seiner Mitarbeiter berücksichtigen. Er kann einen Antrag allerdings aus dringenden betrieblichen Gründen ablehnen, wenn beispielsweise im Einzelhandel zur Zeit des Weihnachtsgeschäfts andernfalls nicht genug Personal vorhanden wäre.

Darüber hinaus gibt es eine Art Vorrangregelung für Beschäftigte, auf deren Urlaubswünsche der Arbeitgeber aus sozialen Gründen besondere Rücksicht nehmen muss. So haben Arbeitnehmer, die während der Schulferien Urlaub nehmen möchten und die schulpflichtige Kinder haben oder deren Partner an einer Schule unterrichtet, Vorrang vor Kollegen ohne Bezug zu Schulferien.

Ist der Urlaub einmal genehmigt, kann dieser nur mit Ihrem Einverständnis wieder zurückgenommen werden. In diesem Fall muss der Arbeitgeber aber etwaige Stornogebühren für eine gebuchte Reise ersetzen.

Darf mein Arbeitgeber durch die Anordnung von Betriebsferien über meinen ganzen Urlaub verfügen?

Ihr Arbeitgeber darf zwar einseitig - bzw. in Betrieben mit Betriebsrat in Abstimmung mit diesem - Betriebsferien festlegen.  Allerdings darf er grundsätzlich nicht über den gesamten Urlaub der Mitarbeiter einseitig verfügen, sondern allenfalls über drei Fünftel des Jahresurlaubs.

Was soll ich tun, wenn mein Arbeitgeber meinen Urlaubsantrag grundlos ablehnt?

Keinesfalls einfach trotzdem in den Urlaub fahren. Das kann nämlich sehr nachteilige Folgen wie etwa eine fristlose Kündigung nach sich ziehen. Wenn Sie Ihren Urlaubsantrag durchsetzen wollen, müssen Sie beim zuständigen Arbeitsgericht klagen und – sofern die Voraussetzungen vorliegen – gegebenenfalls eine einstweilige Verfügung erwirken. Dieser Schritt erfordert allerdings eine sorgfältige Abwägung und sollte erst nach Ausschöpfung aller gütlichen Einigungsversuche in Betracht gezogen werden, da eine gerichtliche Auseinandersetzung das Arbeitsverhältnis sehr belastet. Falls es in Ihrem Betrieb einen Betriebsrat gibt, sollten Sie diesen zunächst um Vermittlung bitten.

Kann mich mein Arbeitgeber aus dem Urlaub zurückholen?

Nein. Wenn Sie den Urlaub bereits angetreten haben, kann der Arbeitgeber eine vorzeitige Rückkehr aus dem Urlaub nicht verlangen. Das Diensthandy müssen Sie im Urlaub übrigens nicht angeschaltet haben und zu einem Checken dienstlicher Mails sind Sie im Urlaub auch nicht verpflichtet.


- Pressedienst vom 20. Juni 2018 -

 

 

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