Berufliche Schulen brauchen deutlich mehr Investitionen

Pressedienst vom

„Die Arbeitskammer (AK) fordert die Landesregierung und die Schulträger auf, deutlich mehr in das berufliche Schulwesen zu investieren als bisher“, erklärte Jörg Caspar, Vorstandsvorsitzender der Arbeitskammer, anlässlich des 31. Berufsbildungstages der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) im AK-Bildungszentrum in Kirkel.

Die beruflichen Schulen stehen vor großen Herausforderungen: die Digitalisierung der Arbeitswelt, die Integration geflüchteter Jugendlicher, die Umsetzung der Inklusion und der  Sanierungsstau – um nur einige zu nennen. „Die Schulform ist derzeit aber stark unterfinanziert und unterpersonalisiert. Deshalb ist das von der Landesregierung beschlossene Sonderinvestitionsprogramm für die berufliche Bildung zwar eine notwendige aber nicht hinreichende Maßnahme“, so Caspar weiter.

Handlungsbedarf sieht die Kammer vor allem bei der Deckung des Lehrkräftebedarfs. „Die Landesregierung muss nicht nur zusätzliche Lehrer einstellen, sie muss vor allem dafür Sorge tragen, dass insbesondere in den technisch-gewerblichen Fächern Lehrkräfte ausgebildet werden“, sagt Caspar. Deshalb spricht sich die Kammer für ein Bund/Länderprogramm „Pro Lehramt Berufsschule“ aus, damit die Zahl der Studienanfänger gerade in den technischen Fächern erhöht und die Qualifizierung der Quer- und Seiteneinsteiger durch bundesweite Mindeststandards verbessert werden. Zur Lösung des Problems ist es darüber hinaus dringend notwendig, den Lehrerberuf an beruflichen Schulen attraktiver zu machen und die Lehreraus- und -weiterbildung zu reformieren.

Um die vielfältigen Herausforderungen, mit denen die Schulen konfrontiert sind, bewältigen zu können, ist es außerdem enorm wichtig, multiprofessionelle Teams an den Bildungszentren zu schaffen, in denen Lehrkräfte gemeinsam mit Schulsozialarbeitern, Schulpsychologen, Pädagogen und Mitarbeitern der Jugendhilfe sich um die bestmögliche Förderung der Jugendlichen und ihrer Probleme kümmern.

Um die Jugendlichen bestmöglich auf die Anforderungen der digitalen (Berufs-)Welt vorbereiten zu können, brauchen die beruflichen Bildungszentren außerdem eine zeitgemäße technische Ausstattung, mit entsprechenden Systemadministratoren und einem pädagogisches Konzept.  Caspar fordert abschließend: „Im Hinblick auf die digitale Transformation fordert die AK den Ausbau der Berufsbildungszentren zu regionalen Kompetenzzentren der Aus- und Weiterbildung.“

- AK-Pressedienst vom 14. Februar 2019 -

Zurück Zurück