Nachholbedarf bei Politischer Bildung an beruflichen Schulen

Pressedienst vom

Politische Bildung an Schulen hängt stark von der Schulform ab – so das Fazit der  Studie „Wer hat, dem wird gegeben“ der Friedrich-Ebert-Stiftung. „Die bisher vorgestellten Ergebnisse betrachten wir durchaus mit Sorge. Die Schülerantworten illustrieren exemplarisch eine brisante Schieflage der politischen Bildung im System Schule, und zwar zu Ungunsten junger Menschen, die auch sozial und kulturell benachteiligt sind“, sagt Thomas Otto, Hauptgeschäftsführer der Arbeitskammer.

Laut den Studienautoren erhalten den meisten und den qualitativ besseren Politikunterricht Schüler*innen an Gymnasien, die oftmals ohnehin bereits ein höheres kulturelles und soziales Kapital von zu Hause mitbrächten. Hinzu kommt, dass Lehrer*innen an anderen allgemeinbildenden Schulen deutlich häufiger nicht für das Fach ausgebildet sind. Erst in der Sekundarstufe II (Oberstufe) nähern sich Gymnasien und andere allgemeinbildende Schulen bei den Schüleraussagen einander an. Am größten ist die Spannweite grundsätzlich zwischen Gymnasien und beruflichen Schulen, z.B. bei Formaten demokratischer Beteiligung und Mitbestimmung.

„Die Erziehung zu mündigen und politisch gebildeten Bürger*innen, die sich mit komplexen gesellschaftspolitischen Problemen differenziert auseinandersetzen können, ist in gleichem Maße Aufgabe und Auftrag aller Schulformen. Wir müssen noch stärker darauf achten, dass wir benachteiligten Jugendlichen die Chance geben, in der Schule die Erfahrung zu machen, dass sie politisch etwas bewirken können. Und das wir sie darin bestärken, sich politisch zu beteiligen“, fordert Otto. „Die Studie gibt uns abermals Hinweise, dass wir besonders bei unseren beruflichen Schulen noch einen großen Nachholbedarf haben“, so Otto abschließend.

Hinweis: Sabine Achour & Susanne Wagner: „Wer hat, dem wird gegeben.“ Untersuchung zur politischen Bildung an Schulen — Zusammenfassung wesentlicher Erkenntnisse. Friedrich-Ebert-Stiftung 2019:
http://library.fes.de/pdf-files/studienfoerderung/15466.pdf

Die komplette Studie erscheint im Sommer 2019.

 

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