AK fordert zusätzliche Sozailarbeiter für berufliche Schulen

Pressedienst vom

Caspar: „Wir brauchen Kontinuität in der Arbeit durch Vollzeitstellen“

Die Arbeitskammer fordert in einem ersten Schritt mindestens einen Schulsozialarbeiter in Vollzeit für jedes Berufsbildungszentrum im Saarland - das wären insgesamt rund 50 neue Vollzeitstellen. Perspektivisch hält die Arbeitskammer weitere 150 Sozialarbeiter an den beruflichen Schulen für notwendig. Diese Forderung stützt die AK auf Berechnungen des Bildungsforschers Dr. Roman Jaich, der im Auftrag der Max-Träger-Stiftung den Bedarf an Vollzeitstellen für Sozialarbeiter errechnet hatte.

„Wir brauchen einen Richtungswechsel in der Sozialarbeit an Berufsschulen“, erklärt der AK-Vorstandsvorsitzende Jörg Caspar zum bevorstehenden Start ins neue Schuljahr. „Wir brauchen einen systematischen Ausbau der Sozialarbeit, außerdem mehr Kontinuität in der Arbeit. Bislang gibt es Schulsozialpädagogen lediglich projektfinanziert für Schüler der Schulformen Berufsgrundbildungsjahr, Berufsvorbereitungsjahr/Produktionsschule und Werkstattschule. Ziel muss aber sein, künftig an jedem Berufsbildungszentrum mindestens einen Schulsozialarbeiter zu haben. „Angesichts der hohen Bedeutung der Schulsozialarbeit – nicht zuletzt zur Vermeidung von Bildungsabbrüchen – sind dies dauerhaft sinnvoll angelegte Mittel“, so Caspar. Sozialarbeit an beruflichen Schulen sei besonders wichtig, weil sich dort Jugendliche und junge Erwachsenen mit unterschiedlichstem sozialem, biografischen, kulturellen und/oder nationalem Hintergrund begegnen, was nicht immer konfliktfrei ablaufe. Caspar appelliert deshalb an die Landesregierung, in den anstehenden Haushaltsberatungen ausreichend finanzielle Mittel dafür bereitzustellen.

Mit Schuljahresbeginn wird auch die Inklusion an den beruflichen Schulen umgesetzt. In diesem Zusammenhang weist die Arbeitskammer darauf hin, dass bei der Inklusion nicht nur Menschen mit Behinderungen im Fokus stehen, sondern alle Personen, die von (gesellschaftlicher) Ausgrenzung betroffen oder bedroht sind, aber auch aufgrund ihrer Schulabschlüsse, ihrer sozialen oder regionalen Benachteiligungen oder ihrem Migrations- oder Fluchthintergrund Probleme haben. „Die Eröffnung gleicher Bildungschancen für alle ist eine Herausforderung, der sich ein Berufsbildungssystem stellen muss, um Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit zu schaffen“, sagt Caspar.

Zurück Zurück