Arbeitskammer klärt über mögliche Folgen des EU-Austritts Großbritanniens auf

Pressedienst vom

Brexit - Was dann?

Noch genau ein halbes Jahr, dann wird der Brexit vollzogen. Am 29. März kommenden Jahres endet voraussichtlich die EU-Mitgliedschaft Großbritanniens. Doch welche Folgen hat der Brexit? Welche ökonomischen Auswirkungen sind zu erwarten? Welche Rolle spielt Großbritannien für die europäische, für die deutsche und vor allem für die saarländische Wirtschaft? Diesen und weiteren Frage geht die Arbeitskammer in dem Seminar „Die EU nach dem Brexit und die Zukunft der Eurozone“ vom 05. Bis 07. Dezember 2018 im Bildungszentrum Kirkel nach.

„Wird der Brexit tatsächlich vollzogen, verliert die EU mit Großbritannien und seinen fast 66. Millionen Einwohnern ihr drittgrößtes Mitgliedsland. Zudem ist das Vereinigte Königreich neben Frankreich und Deutschland eine der drei großen Volkswirtschaften der EU. 2017 erwirtschaftete das Land 15 % des gesamten Bruttoinlandsprodukts der EU-Staaten-gemeinschaft,“ analysiert Thomas Otto, Hauptgeschäftsführer der Arbeitskammer des Saarlandes.

Insbesondere für die exportorientierte Saarwirtschaft spielt Großbritannien eine bedeutende Rolle. Die saarländische Wirtschaft hat im Jahre 2017 Waren im Wert von 2,3 Mrd. Euro nach Großbritannien exportiert. Das entspricht einem Anteil von 13,7 Prozent aller Ausfuhren des Saarlandes (zum Vergleich, Bund: 6,6 %). Großbritannien ist vor allem wichtigster Handelspartner der Schlüsselindustrie Automobil an der Saar. „Ford ist mit u.a. mit dem Model Focus Marktführer in Großbritannien. Auch das Ford-Werk Saarlouis produziert insbesondere für den britischen Markt. Bei Ford Saarlouis arbeiten rund 6.700 Personen. Diese Arbeitsplätze dürfen durch den Brexit nicht gefährdet werden“, so Otto. Generell müsse antieuropäischen Strömungen entgegengewirkt und ein verstärkt positives Bewusstsein für die EU geschaffen werden. „Das Seminar Die EU nach dem Brexit und die Zukunft der Eurozone beschäftigt sich deswegen auch mit der Frage, welche Weichen in der Vergangenheit möglicherweise falsch gestellt wurden und wie man Fehler, welche die EU bis an den Rand des Scheiterns gebracht haben, in Zukunft vermeiden kann“, so Otto abschließend.

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