Arbeitskammer fordert gute Ausbildungsqualität ein

Pressedienst vom

AK: Brauchen gut ausgebildete und motivierte Fachkräfte - gerade nach der Corona-Krise

„Die Arbeitswelt braucht gut ausgebildete und motivierte Fachkräfte, auch und gerade nach der Corona-Krise. um die Herausforderungen der ökologischen und digitalen Transformation meistern zu können.“ Das erklärt Thomas Otto, Hauptgeschäftsführer der Arbeitskammer des Saarlandes, zum ersten vom DGB vorgestellten saarländischen Ausbildungsreport. „Darüber hinaus braucht es für die jungen Menschen auch bessere berufliche Perspektiven sowie eine deutliche Aufwertung und Wertschätzung vieler Ausbildungsberufe. Das gilt insbesondere für die als systemrelevant erkannten Berufe“, fordert Otto.

Dass mit 67,8 Prozent die große Mehrzahl der jungen Menschen im Saarland die Qualität ihrer Ausbildung als gut oder sehr gut beurteilt, ist aus Sicht der Arbeitskammer sehr erfreulich. Wie der Report allerdings auch zeigt, gibt es weiterhin viele Probleme und Mängel bei der Ausbildungsqualität. Überstunden, fehlende Ausbildungspläne, ausbildungsfremde Tätigkeiten, fehlende Betreuung durch Ausbilderinnen und Ausbilder sowie das Ausbleiben einer Übernahmezusage bestimmen dabei den Alltag vieler Azubis und offenbaren Verbesserungspotential. „Wenn die Attraktivität der dualen Berufsausbildung verbessert und damit der qualifizierte Fachkräftebedarf gesichert werden soll, muss die Qualität der Ausbildung in den Betrieben beziehungsweise Branchen gesichert werden. Insbesondere sind hier auch die Behörden und Kammern gefordert, ihrem Kontroll- und Schutzauftrag im Sinne der Auszubildenden nachzukommen“, sagt Otto.

Das Thema Mobilität und Wohnen ist Schwerpunkt des DGB-Ausbildungsreports. Gerade in der dualen Ausbildung sind junge Menschen darauf angewiesen, die Lernorte Berufsschule und Betrieb gut und kostengünstig zu erreichen. Doch mit öffentlichen Verkehrsmitteln können 38 Prozent der im Saarland befragten Auszubildenden nur schlecht oder gar nicht ihren Betrieb oder die Berufsschule erreichen. „Hier gilt es dringend nachzubessern, das ÖPNV-Angebot zu erweitern und ein 365-Euro-Ticket für Auszubildende einzuführen“, so Otto.

Neben der Ausbildungsqualität stellt für viele junge Menschen auch die in den letzten Jahren stark zurückgegangene Ausbildungsbereitschaft saarländischer Unternehmen ein grundsätzliches Problem dar. Eine Entwicklung, welche sich durch die Pandemie noch verstärkt hat, wie nicht zuletzt die um 14,1 Prozent deutlich gesunkene Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge zeigt. Die Arbeitskammer sieht die Sorgen junger Menschen um ihre berufliche Zukunft seit Beginn der Corona-Krise stark gewachsen und befürchtet, dass sie am Ende zu den großen Verlierern gehören werden. „Die Lage am Ausbildungsmarkt sieht mau aus, die Zahl der Ausbildungsstellen sinkt und die Sorge, dass Betriebe die Pandemie nicht überstehen, ist groß“, stellt Otto fest. Die Arbeitskammer rechnet damit, dass angesichts des angespannten Ausbildungsmarktes vor allem die schwächeren Jugendlichen oder diejenigen mit einem Förderbedarf auf der Strecke bleiben. „Damit jeder Jugendliche eine qualifizierte Ausbildung erhält, brauchen wir neben einem großen Ausbildungsengagement der Unternehmen auch eine Ausbildungsgarantie und eine faire Umlagefinanzierung", fordert Otto.

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