Filmtage "Mit kritischem Blick!"

Europa im Frühjahr 2022. Es ist Krieg. Die Russische Föderation hat am 24. Februar die Ukraine angegriffen. In den Medien  kann täglich verfolgt werden, welches Leid dieser Angriff für die Betroffenen bringt. Ein Angriffskrieg mit einer Großmacht  als Treiber war bis dahin in Europa unvorstellbar!

Kriege und Konflikte haben verschiedene, meist mehrere Ursachen. Es geht um Macht, wirtschaftliche Eroberung, um  unterschiedliche Religionen und Kulturen, um Zugehörigkeiten zu Ethnien. Die Ursachen sind vielfältig. Die Auswirkungen  ebenso.

Was macht Krieg mit den Menschen? Was bedeutet Krieg für die Zivilbevölkerung und die Soldaten? Wie geht es weiter,  wenn der Krieg vorbei ist? Anhand verschiedener Kriege und Konflikte in unterschiedlichen Regionen wollen sich die 14. AK-Filmtage diesen Themen widmen und zur Diskussion im Anschluss an die Filme anregen.

Zu allen Filmen stellen wir Informations- und Unterrichtsmaterial zur Verfügung, das Sie über unsere Website herunterladen  können.


Folgende Filme werden gezeigt:

Quo Vadis, Aida?

Spielfilm - FSK 12

Regie: Jasmila Žbanić
104 Minuten, multinational

Bosnien, Juli 1995. Aida ist Lehrerin und arbeitet als Übersetzerin für die UN in der Kleinstadt Srebrenica. Als die serbische Armee die Stadt einnimmt, gehört ihre Familie zu den Tausenden von Menschen, die im UN-Lager Schutz suchen. Aida hat als Dolmetscherin in den Verhandlungen Zugang zu entscheidenden Informationen. Sie versucht dabei, Lügen und Wahrheiten auseinanderzuhalten, um herauszufinden, wie sie ihre Familie und die anderen retten könnte. Aidas Schicksal steht für das einer ganzen Generation von Frauen, die den Krieg in Bosnien überlebt haben. Mehr als 8.000 – fast ausschließlich männliche – Zivilisten wurden bei dem als Genozid eingestuften Massaker von Srebrenica von der bosnisch-serbischen Armee ermordet.


 

Schulmaterial finden Sie auf der Website visionskino.de

Donbass

Spielfilm - FSK 12

Regie: Sergei Loznitsa
121 MinutenUkraine/Deutschland/Frankreich/Niederlande/Rumänien 2018

Der Donbass in der Ostukraine. Seit 2014 herrscht hier ein blutiger Konflikt zwischen ukrainischen Regierungstruppen und prorussischen Separatisten. In 13 kaleidoskopartigen, absurden Vignetten zeigt Regisseur Sergei Loznitsa ein Land, das zwischen informellen Machtstrukturen, Korruption und Fake News zerrieben wird. Der kalte Horror von Angst, Gewalt und Hysterie erfasst mehr und mehr Bereiche des Lebens und nimmt immer groteskere Züge an.



Schulmaterial finden Sie auf der Website der Landeszenrale für politische Bildung Baden-Württemberg.

Für Sama

Dokumentarfilm, FSK 16

Regie: Waad al-Kateab, Edward Watts
95 Minuten, Großbritannien/Syrien 2019

Die Filmemacher Waad al-Kateab und Edward Watts haben einen beeindruckenden Film gedreht. „Für Sama“ ist ein Vermächtnis an al-Kateabs im Krieg geborene Tochter. Über Jahre hat die junge Frau mit ihrem Handy und ihrer Kamera zunächst die Protestbewegungen und dann den furchtbaren Krieg in Syrien dokumentiert. Sie hat das Leid der Menschen und der Personen in ihrer unmittelbaren Nähe aufgezeichnet und findet selbst inmitten der Bombardements Spuren von Freude und Lebensmut. Gerade durch diesen besonderen Blick ist der Film so besonders, so wahr, so entsetzlich und unfassbar. Und doch ist er auch ein Zeugnis für das Miteinander der Menschen, für den Zusammenhalt in Krisenzeiten und für Toleranz.

Europäischer Filmpreis 2019: Bester Dokumentarfilm

Hinweis: Der Einsatz des Dokumentarfilms „Für Sama“ erfordert Sensibilität, Achtsamkeit und eine entsprechende Vorbereitung. Der Film zeigt die Folgen der Belagerung der syrischen Stadt Aleppo in drastischen Bildern. Unter keinen Umständen sollten traumatisierte Schülerinnen und Schüler damit konfrontiert werden.



Schulmaterial finden Sie auf der Website kinofenster.de.

Belfast

Spielfilm, FSK 12

Regie: Kenneth Branagh
99 Minuten, Großbritannien

Sommer 1969 in der nordirischen Hauptstadt. Der neunjährige Buddy, Sohn einer typischen Familie aus der Arbeiterklasse, liebt Kinobesuche, Matchbox-Autos und seine hingebungsvollen Großeltern, außerdem schwärmt er für eine seiner Mitschülerinnen. Doch als die gesellschaftspolitischen Spannungen in Belfast eskalieren und es sogar in der sonst so harmonischen Nachbarschaft zu Gewaltausbrüchen kommt, findet seine idyllische Kindheit ein jähes Ende. Und während sein in England arbeitender Vater und seine besorgte Mutter die Zukunft der Familie zu sichern versuchen, bleibt Buddy nichts anderes übrig, als langsam erwachsen zu werden – und trotzdem die Lebensfreude, das Lachen und seine von Film und Fernsehen beflügelte Fantasie nicht zu verlieren.

Oscar 2022: Bestes Original-Drehbuch



Schulmaterial finden Sie auf der Website planet-schule.de.

They Shall Not Grow Old

Dokumentarfilm, FSK 16

Regie: Peter Jackson
99 Minuten
Großbritannien, Neuseeland


11. November 1918. An diesem Tag endete der Erste Weltkrieg, der 17 Millionen Menschen das Leben kostete und den die Briten bis heute den „Great War“ nennen. Es gibt viele historische Bildaufnahmen, die den Alltag der Soldaten in den Schützengräben an der Front dokumentieren – und es gibt Tonaufnahmen, die deren Erinnerungen aufgezeichnet haben. Das alles ist historisches Material. Und damit ist es ferne Geschichte. Doch mit They Shall Not Grow Old holt Meisterregisseur Peter Jackson eben jene Geschichte zurück aus der Vergangenheit. In einer nie dagewesenen technischen Bearbeitung – 3D-Digitalisierung, Colorierung, Vertonung mit Hilfe einer Lippenleserin – verknüpft er das originale Bildmaterial mit den Interviews überlebender Frontsoldaten und vermittelt so mit größtmöglicher Nähe die Eindrücke der Zeitzeugen selbst. Durch die Fülle an Informationen erfährt man als Zuschauer vieles über die Euphorie der jungen Soldaten, die sich noch vor Erreichen der Volljährigkeit der Armee verschrieben. Man erlebt die Kameradschaft, man spürt die Ernüchterung, als der Krieg sich in lebensbedrohliche Realität verwandelte. All das vermittelt sich in schneller Schnittfolge, immer auch unterlegt von Kriegsliedern, von Granateneinschlägen, von Kanonenfeuer.


 

Onlineinformationen für den Unterricht auf der Website kinofenster.de

 

Informationen zu den Vorstellungen

Vorstellungen für Schulen, Auszubildende und Jugendgruppen

Montag bis Freitag: jeweils 8.30 Uhr, 11.30 Uhr und 15.00 Uhr

Der Eintritt ist frei, allerdings ist eine Anmeldung erforderlich.

Wir bitten ausschließlich um Online-Anmeldung.
 

Vorstellungen um 19 Uhr für alle

Die Filme werden auch abends um 19 Uhr zu einem ermäßigten Eintrittspreis von 3,50 € gezeigt.

Karten gibt es im „kino achteinhalb“.
 

Die Filme werden gezeigt im

„kino achteinhalb“
Nauwieserstraße 19,
66111 Saarbrücken

www.kinoachteinhalb.de