Was genau ist Meister-Bafög?

Meister-BAföG war der ursprüngliche, enger gefaßte Begriff der aktuellen Aufstiegsfortbildungsförderung (AFBG) mit folgenden Aufgaben:

  • umfassende finanzielle Förderung der beruflichen Aufstiegsfortbildung in allen Berufsbereichen unabhängig von der Unterrichtsform (Voll-/Teilzeit; schulisch/außerschulisch; mediengestützt und Fernunterricht)
  • Anreiz zur Existenzgründung
  • für die über 30jährigen einzige Anspruchsgrundlage
  • für die unter 30jährigen beim Besuch von Vollzeitfortbildungen Alternative zum BAföG
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Wer wird gefördert?

Gefördert werden Handwerker und andere Fachkräfte, die sich auf einen entsprechenden Fortbildungsabschluss vorbereiten,

z. B. zu

  • Handwerks- oder Industriemeistern
  • Techniker/innen
  • Fachkaufleuten
  • Betriebswirt/innen
  • Programmierer/innen
  • Hauswirtschaftsmeister/innen
  • Fachkrankenschwestern und -pflegern
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Welche Bildungsmaßnahmen werden gefördert?

Förderungsfähig sind Veranstaltungen mit folgenden Merkmalen:

  • Dem angestrebten Abschluss muss eine abgeschlossene Erstausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf vorausgehen oder ausnahmsweise eine länger andauernde berufliche Tätigkeit.
  • Der angestrebte Abschluss muss über der Erstausbildungsebene liegen (was z. B. Anpassungslehrgänge ausschließt).
  • Die Maßnahme (auch in Teilabschnitten) muss mindestens 400 Unterrichtsstunden umfassen.
  • Förderung wird auch geleistet für mediengestützte und Fernlehrgänge, unter bestimmten Voraussetzungen auch für eine Ausbildung im Ausland sowie eine zweite Fortbildungsmaßnahme.
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Ist Aufstiegsfortbildungsförderung altersabhängig?

Nein, eine Altersgrenze wie beim BAföG besteht nicht.

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Werden auch Ausländer gefördert?

Ausländer werden gefördert,

  • wenn ein Elternteil bzw. der Ehegatte Deutsche(r) ist,
  • die/der Auszubildende Asylberechtigte(r), aufgenommener Flüchtling oder Heimatlose(r) ist bzw. Abschiebungsschutz besteht,
  • in weitem Umfang Auszubildende aus EU-Mitglieds- und Vertragsstaaten des EWR mit inländischem Wohnsitz,
  • andere Ausländer, wenn sie selbst sich vor Beginn der Ausbildung drei Jahre in Deutschland aufgehalten haben und rechtmäßig erwerbstätig waren.
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In welchen Fällen ist eine Förderung ausgeschlossen?

Eine Förderung ist ausgeschlossen

  • für Bildungsmaßnahmen mit Abschlüssen oberhalb der Fachschulebene;
  • wenn Ausbildungsförderung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) bezogen wird;
  • wenn Lohnersatzleistungen nach dem Sozialgesetzbuch gewährt werden.
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Wie lange wird Aufstiegsfortbildungsförderung gezahlt?

Die Förderungshöchstdauer beträgt grundsätzlich 24 Monate bei Vollzeit- und 48 Monate bei Teilzeitmaßnahmen.

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Welche finanziellen Leistungen werden gewährt?

Es werden folgende Leistungsarten unterschieden:

  1. Zuschuss zum Maßnahmebeitrag (bei Voll- und Teilzeitunterricht): unabhängig von Einkommen und Vermögen
  2. Zuschuss zum Unterhaltsbeitrag (nur bei Vollzeitmaßnahmen): abhängig von Einkommen und Vermögen
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Wie hoch ist der Maßnahmebeitrag?

Der Maßnahmebeitrag setzt sich wie folgt zusammen:

  • Zuschuss zu den Lehrgangs- und Prüfungsgebühren (höchstens jedoch 10.226 €), 30,5 % Zuschuss; Rest zinsgünstiges Bankdarlehen;
  • Kosten eines Prüfungsstücks zur Hälfte, höchstens 1.534 €, als Darlehen;
  • Kinderbetreuungskosten für Alleinerziehende je Monat und Kind bis zu 113 € (Zuschuss im Voraus).
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Wie hoch ist der Unterhaltsbeitrag?

  • 697 €    für Alleinstehende (davon 238 € Zuschuss/459 € Darlehen,
  • 907 €    für Alleinstehende mit einem Kind (343 €/564 €),
  • 912 €    für Verheiratete (238 €/674 €),
  • 1.122 €    für Verheiratete mit einem Kind (343€/779 €),
  • 1.332 €    für Verheiratete mit zwei Kindern (448€/884 €).
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Wessen Einkommen und Vermögen wird angerechnet?

Angerechnet werden

  1. Einkommen und Vermögen des Teilnehmers während des Bewilligungszeitraums/Förderungszeitraums und
  2. Einkommen und Vermögen der Ehefrau/des Ehemanns, ausgehend von den Einkommensverhältnissen im vorletzten Kalenderjahr.

Nicht angerechnet werden Einkommen und Vermögen der Eltern (im Gegensatz zum BAföG).

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Gibt es bei der Einkommen- und Vermögensanrechnung Freibeträge?

a) Freibeträge vom Einkommen
- der Teilnehmer 255 € / 535 € für Ehegatten / 485 € je Kind
- der Ehegatten 1.070 € / 485 € je Kind

b) Freibeträge vom Vermögen
- für den Teilnehmer/die Teilnehmerin selbst 35.800 €
- für Ehegatten 1.800 €
- für jedes Kind des Teilnehmers/der Teilnehmerin 1.800 €

Zur Vermeidung unbilliger Härten kann darüber hinaus ein weiterer Teil des Vermögens (z. B. selbstgenutztes Einfamilienhaus, Bausparverträge) anrechnungsfrei bleiben.

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Was im Einzelnen beinhalten die Förderungsarten "Zuschuss" und "Darlehen"?

Unterhaltsbeiträge (zur Deckung des Lebensunterhalts) sind

  • zum Teil Zuschuss, also nicht zurückzuerstatten,
  • im Übrigen verzinsliches Bankdarlehen.

Maßnahmebeiträge (zu den Lehrgangs- und Prüfungsgebühren) sind

  • zu 30,5 % Zuschuss (also nicht zurückzuzahlen) und
  • darüber hinaus verzinsliches Bankdarlehen.

Die Kosten des Prüfungsstücks werden mit Bankdarlehen gefördert, die notwendigen und nachgewiesenen Kinderbetreuungskosten je Monat mit Zuschuss.

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Welches sind die Darlehensbedingungen?

Für den Förderungsanteil, der als Darlehen gewährt wird, gelten folgende Bedingungen:

  • Darlehensvertrag mit der Deutschen Ausgleichsbank (DtA), 53170 Bonn, Tel.: 0228 831-0 (Vertragsentwurf wird den Geförderten mit dem Bewilligungsbescheid zugestellt);
  • Bei Bestehen der Prüfung wird ein Erlass von 25 Prozent auf das auf die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren entfallende Restdarlehen gewährt.
  • zins- und tilgungsfrei während der Fortbildung und einer zwei- bis höchstens sechsjährigen Karenzzeit;
  • danach Tilgung innerhalb von 10 Jahren in monatlichen Raten von mindestens 128 €
  • Wahl zwischen einem festen und variablen Zins ab Rückzahlungspflicht;
  • Stundung und späterer Erlass der Rückzahlungsraten aus persönlichen Gründen möglich;
  • Das Darlehen kann in Teilbeträgen von vollen 500 € auch vorzeitig zurückgezahlt werden;
  • Existenzgründungserlass (66 % des auf Lehrgangs- und Prüfungsgebühren entfallenden Restdarlehens) unter bestimmten Bedingungen.
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An wen richte ich meinen Förderungsantrag?

Die zuständigen Stellen sind je nach Wohnbezirk des Antragstellers die Ämter für Ausbildungsförderung der Landkreise sowie der Stadt Saarbrücken (letzteres auch für den Stadtverband):

Landeshauptstadt SaarbrückenAmt für AusbildungsförderungDudweilerstraße 4166111 Saarbrücken A – Ha Telefon (0681) 905-4921Hb-O  Telefon (0681) 905-4918P – Z   Telefon (0681) 905-4917

Landkreis Saarlouis
Amt für Ausbildungsförderung
Kaiser-Wilhelm-Straße 4-6
66740 Saarlouis
Telefon (06831) 444-165
Mail:  diana-jaensch-mock@kreis-saarlouis.de 

Landkreis Merzig-Wadern
Amt für Ausbildungsförderung
Bahnhofstraße 44
66663 Merzig
Telefon (06861)80-0, 80-195

Landkreis Neunkirchen
Amt für Ausbildungsförderung
Wilhelm-Heinrich-Straße 36
66564 Ottweiler
Telefon (06824) 906-0, 906-128

Landkreis St. Wendel
Amt für Ausbildungsförderung
Mommstraße 25a
66606 St. Wendel
Telefon (06851)801-0, 801-250

Saarpfalz-Kreis
Amt für Ausbildungsförderung

Am Forum 1
66424 Homburg
Telefon: Zentrale:     (06841) 104-0,
            Herr Degel:  (06841) 104-8166
            Herr König:  (06841) 104-8168

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