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Pressedienst vom 4. Dezember 2019

„Es ist höchste Zeit, dass der seit langem geforderte Aktionsplan zur Armutsbekämpfung im Saarland von der Landesregierung beschlossen und mit einem konkreten, überprüfbaren Maßnahmenkatalog umgesetzt wird.“ Das fordert Thomas Otto, Hauptgeschäftsführer der Arbeitskammer des Saarlandes, anlässlich des AK-Themas „Strategien gegen Armut – Perspektiven von unten“ am Dienstagabend in der Arbeitskammer. Vier Themen standen im Mittelpunkt: das Verhältnis der Hartz IV-Bezieher und der Jobcenter, sozialer Wohnungsbau, Mobilität und die soziale Infrastruktur vor Ort.

Die Kluft zwischen Arm und Reich ist größer geworden. Armut wird für die Betroffenen besonders dort spürbar, wo sie leben: im Stadtviertel und in den Gemeinden. Viele Menschen leben unter schwierigen, prekären Bedingungen. Bestimmte Stadtteile oder Kommunen befinden sich in einem Abwärtstrend „Deshalb gilt es, den Fokus auf die Lebenswelt armer Menschen vor Ort zu richten“, sagt Otto. Ohne die Arbeit auf kommunaler Ebene ist ein nachhaltiger Ansatz zur Bekämpfung von Armut undenkbar. „Hier kann sich gesellschaftliche Solidarität entfalten. Und dies kann nur gelingen, wenn die Betroffenen mitgenommen werden und gleichwürdig an der Gestaltung teilhaben“, so Otto weiter.

In den Dialogrunden mit Betroffenen am Dienstagabend wurde deutlich: Sie wünschen sich vom Jobcenter eine Beziehung auf Augenhöhe, mehr Beratung und einfachere Informationen über ihre Rechte. Menschen mit geringem Einkommen brauchen außerdem mehr bezahlbaren Wohnraum. Die Arbeitskammer fordert deshalb, den sozialen Wohnungsbau auszubauen und die kommunalen Wohnungsbaugesellschaften zu stärken. Eine stärkere Förderung von Baugenossenschaften könnte für dauerhaft günstigen Wohnraum sorgen.

Abgehängte Stadtviertel und Gemeinden müssen wieder attraktiver werden. Mit einer Ausweitung der Gemeinwesenarbeit kann auch die Hilfe zur Selbsthilfe gestärkt werden. Wichtig ist hierbei, dass ländliche Regionen nicht vergessen werden. Hier gilt es, besonders für Menschen mit geringem Einkommen die soziale Infrastruktur vor Ort zu entwickeln und die Mobilität zu verbessern. Denn Mobilität ist ein wichtiger Faktor für soziale Teilhabe. Daher fordert die Arbeitskammer ein Sozialticket als Monatskarte für den ÖPNV, das rund um die Uhr gültig ist und nicht erst ab 9 Uhr.

Die Pressemeldung finden Sie auch auf unserer Website:
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Mit freundlichen Grüßen
Ihre Arbeitskammer

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