AK Faltblatt Krankengeld

Wer hat Anspruch auf Krankengeld?

Arbeitsunfähig Erkrankte haben Anspruch auf Krankengeld, wenn die Arbeitsunfähigkeit zu einem Zeitpunkt eintritt, in dem eine Versicherung mit Anspruch auf Krankengeld besteht. Zu diesem Personenkreis zählen unter anderem Arbeitnehmer und Arbeitslosengeld I-Bezieher. Keinen Krankengeldanspruch haben geringfügig Beschäftigte, Arbeitslosengeld II-Bezieher, Studenten und mitversicherte Familienangehörige.

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Wann habe ich Anspruch auf Krankengeld?

Krankengeld wird bei einer durch Krankheit bedingten Arbeitsunfähigkeit und bei stationärer Behandlung in einem Krankenhaus, einer Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtung gezahlt. Der Anspruch auf Krankengeld beginnt mit dem Tag der ärztlichen Feststellung der Arbeitsunfähigkeit.

Im Falle einer Arbeitsunfähigkeit erhalten Arbeitnehmer in der Regel in den ersten 6 Wochen Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber. Während dieser Zeit ruht der Krankengeldanspruch. Die ersten 4 Wochen in einem neuen Arbeitsverhältnis gelten als Wartezeit und beinhalten keinen Anspruch auf Entgeltfortzahlung.

In diesem Falle wird bis zum 28. Tag des Arbeitsverhältnisses Krankengeld gezahlt. Sollte die Arbeitsunfähigkeit darüber hinaus andauern, zahlt der Arbeitgeber anschließend 6 Wochen Entgeltfortzahlung.Bei Arbeitslosengeld I – Beziehern zahlt die Agentur für Arbeit während der ersten sechs Wochen der Arbeitsunfähigkeit das Arbeitslosengeld weiter. In dieser Zeit ruht der Krankengeldanspruch.

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Was mache ich, wenn mein Arbeitgeber die Entgeltfortzahlung verweigert?

Neben dem Anspruch auf Entgeltfortzahlung aufgrund Arbeitsunfähigkeit besteht ein Anspruch auf Krankengeld. Der Krankengeldanspruch ruht solange der Arbeitgeber Entgeltfortzahlung leistet. Wenn der Arbeitgeber die Entgeltfortzahlung verweigert, zahlt die Krankenkasse Krankengeld. Der Anspruch des Arbeitnehmers gegen den Arbeitgeber geht in Höhe des gezahlten Krankengeldes auf die Krankenkasse über.

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Wie hoch ist mein Krankengeld?

Bei Arbeitnehmern richtet sich die Höhe des Krankengeldes nach dem Arbeitsentgelt vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit. Die Höhe beträgt 70 Prozent vom Bruttoeinkommen, jedoch höchstens 90 Prozent vom Nettoeinkommen. Bei der Berechnung werden auch die Einmalzahlungen in den letzten 12 Monaten vor der Arbeitsunfähigkeit berücksichtigt.

Vom Brutto-Krankengeld werden die Sozialversicherungsbeiträge für Renten-, Arbeitslosen-und Pflegeversicherung abgezogen. Bezieher von Arbeitslosengeld I erhalten Krankengeld in Höhe des Arbeitslosengeldes. Kinderlose zahlen lediglich den Beitragszuschlag für Kinderlose zur Pflegeversicherung.

Auf das Krankengeld müssen keine Steuern gezahlt werden, es unterliegt jedoch dem Progressionsvorbehalt. Dadurch wird das Krankengeld zum versteuernden Einkommen hinzugerechnet und führt zu einem höheren Steuersatz.

Bei Grenzgängern wird bei der Berechnung des Krankengeldes fiktiv die deutsche Steuer angesetzt. Damit das Krankengeld mit der tatsächlich in Frankreich gezahlten Steuer berechnet wird, muss ein formloser Antrag bei der Krankenkasse gestellt werden.

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Was muss ich bei der Krankmeldung an die Krankenkasse beachten?

Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung muss der Krankenkasse unverzüglich, das heißt innerhalb von 7 Tagen nach Beginn der Arbeitsunfähigkeit, zugegangen sein. Liegt die Bescheinigung der Krankenkasse nicht innerhalb der genannten Frist vor, ruht der Anspruch auf Krankengeld bis zum Zugang der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung.

Tipp: Durch eine Eingangsbestätigung der Krankenkasse oder durch den Versand der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung per Einschreiben mit Rückschein kann der fristgerechte Zugang nachgewiesen werden.

Für den Bezug von Krankengeld ist ein lückenloser Nachweis der Arbeitsunfähigkeit unbedingt erforderlich. Dauert die Arbeitsunfähigkeit über den Zeitraum der ersten Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung hinaus an, ist die Arbeitsunfähigkeit spätestens am nächsten Werktag nach dem zuletzt bescheinigten Ende der Arbeitsunfähigkeit festzustellen und zu bescheinigen.

Samstage gelten nicht als Werktage. Jede Lücke in der Arbeitsunfähigkeitszeit hat finanzielle Folgen. Bei einem bestehenden Arbeitsverhältnis wird für die fehlenden Tage kein Krankengeld gezahlt. Hat das Arbeitsverhältnis während der Arbeitsunfähigkeit geendet, geht der Anspruch auf Krankengeld vollständig verloren. Bei der Meldung der Arbeitsunfähigkeit handelt es sich um eine Obliegenheit des Krankengeld-Beziehers. Die Folgen einer unterbliebenen oder nicht rechtzeitigen Meldung sind deshalb grundsätzlich von ihm zu tragen.

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Wie erfolgt die Auszahlung?

Die Krankenkasse zahlt das Krankengeld rückwirkend bis zum Datum der Feststellung der Arbeitsunfähigkeit aus. Besteht der Anspruch für einen ganzen Kalendermonat, wird Krankengeld für 30 Tage gezahlt. Bei Teilmonaten werden die tatsächlichen Tage gezahlt.

Beispiel:

  • 01.02. – 28.02. = 30 Tage
  • 15.02. – 28.02. = 14 Tage
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Darf meine Krankenkasse die Zahlung des Krankengeldes einstellen, weil eine Begutachtung des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung ergeben hat, dass ich arbeitsfähig bin?

Die Krankenkasse kann bei Zweifeln an der Arbeitsunfähigkeit eine gutachterliche Stellungnahme des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung einholen. Wird durch die Stellungnahme Arbeitsfähigkeit festgestellt, wird die Krankenkasse die Krankengeldzahlung einstellen. Gegen den Bescheid kann innerhalb eines Monats Widerspruch eingelegt werden.

Gehtder behandelnde Arzt entgegen der Meinung des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung von einer weiter bestehenden Arbeitsunfähigkeit aus, so kann er den Feststellungen mit einer aktuellen medizinischen Begründung entgegentreten.

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Kann ich während dem Krankengeld-Bezug in Urlaub fahren?

Der Anspruch auf Krankengeld kann ruhen, wenn man nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit eine Urlaubsreise antritt. Dies gilt jedoch nicht, wenn die Krankenkasse dem Urlaub zu stimmt. Dafür muss im Vorfeld ein formloser Antrag gestellt werden.

Sinnvoll ist es sich vom behandelnden Arzt bestätigen zu lassen, dass die Reise den Heilungsprozess aus medizinischer Sicht nicht gefährdet oder verzögert und, dass man über den Reisezeitraum weiterhin arbeitsunfähig ist. Um das Risiko auszuschließen, dass die Krankenkasse nicht rechtzeitig über den Antrag entscheiden kann, sollte der Antrag mindestens drei Wochen vor dem Urlaubsantritt gestellt werden.

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Was muss ich bei einer Rehabilitationsmaßnahme beachten?

Wenn die Erwerbsfähigkeit nach ärztlichem Gutachten erheblich gefährdet oder gemindert ist, kann die Krankenkasse einen Krankengeld-Bezieher auffordern innerhalb von 10 Wochen einen Rehabilitationsantrag zu stellen. Wird der Antrag nicht innerhalb der Frist gestellt, ruht der Anspruch auf Krankengeld.

Durch die Beantragung einer Rehabilitation besteht die Möglichkeit,dass dieser Rehabilitationsantrag in einen Erwerbsminderungsrentenantragumgedeutet werden kann (siehePunkt 11). Das Verfahren dient der Abgrenzung der Zuständigkeit zwischen Kranken- und Rentenversicherung. Erfolgt die Entlassung aus der Reha arbeitsunfähig, muss die weitere Arbeitsunfähigkeit ab dem nächsten Werktag bescheinigt werden.

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Was mache ich, wenn die Rentenversicherung meinen Rehabilitationsantrag ablehnt?

In diesem Fall kann innerhalb eines Monats ab Zugang des Ablehnungsbescheides Widerspruch eingelegt werden. Es ist hilfreich dem Widerspruch ein ärztliches Attest beizufügen das der Einschätzung der Deutschen Rentenversicherung entgegensteht.

Grenzgänger haben generell eine Widerspruchsfrist von drei Monaten ab Zugang des Bescheides.

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Was bedeutet Umdeutung meines Rehabilitationsantrages?

Unter bestimmten Voraussetzungen kann ein Antrag auf Leistungen zur medizinischen Rehabilitation auch in einen Rentenantrag umgedeutet werden. Dies erfolgt, wenn bereits eine geminderte Leistungsfähigkeit im Erwerbsleben vorliegt und ein Erfolg von Leistungen zur medizinischen Rehabilitation nicht zu erwarten ist. Wenn aus dem Reha-Entlassungsbericht hervorgeht, dass eine Erwerbsminderung im Sinne der Rentenversicherung eingetreten ist, kann der Antrag ebenfalls umgedeutet werden.

Nachteilig sind die Rentenabschläge, die unter Umständen durch eine Erwerbsminderungsrente in Kauf genommen werden müssen und die Tatsache, dass für die Zeit des Krankengeldes Beiträge zur Rentenversicherung gezahlt werden.

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Was bedeutet "Aussteuerung"?

Krankengeld wird für die gleiche Krankheit für maximal 78 Wochen innerhalb von drei Jahren gezahlt. Während der Entgeltfortzahlung, der Leistungsfortzahlung durch die Agentur für Arbeit und dem Bezug von Übergangsgeld ruht der Anspruch auf Krankengeld.

Diese Zeiten werden bei der Anspruchsdauer von 78 Wochen für dieselbe Krankheit mitgerechnet. Der Hinzutritt einer weiteren Erkrankung verlängert den Anspruch nicht. Wenn der Anspruch erschöpft ist spricht man von "Aussteuerung".

Ab Beginn eines neuen Drei-Jahres-Zeitraums besteht nach einer Aussteuerung nur dann ein erneuter Krankengeldanspruch für dieselbe Erkrankung, wenn die bei Eintritt der erneuten Arbeitsunfähigkeit bestehende Versicherung einen Krankengeldanspruch einschließt. Weitere Voraussetzung ist, dass zwischen der Aussteuerung und dem erneuten Eintritt von Arbeitsunfähigkeit ein Zeitraum von mindestens 6 Monaten liegt, in dem man nicht wegen der bisherigen Krankheit arbeitsunfähig war und man entweder erwerbstätig war oder der Arbeitsvermittlung zur Verfügung stand.

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Wie geht es weiter, wenn mein Anspruch auf Krankengeld endet?

Nach der Aussteuerung besteht ein Anspruch auf Arbeitslosengeld I, wenn weiterhin Arbeitsunfähigkeit für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit besteht, man jedoch wöchentlich wenigstens 15 Stunden arbeiten kann und der Arbeitsvermittlung zur Verfügung steht. Ebenfalls müssen die sonstigen Voraussetzungen für Arbeitslosengeld I erfüllt sein.

Wenn man krankheitsbedingt voraussichtlich für mehr als sechs Monate nicht leistungsfähig und nicht verfügbar ist, besteht ebenfalls Anspruch auf Arbeitslosengeld I bei Vorliegen der sonstigen Voraussetzungen. In diesem Fall kann die Agentur für Arbeit dazu auffordern, innerhalb eines Monats einen Rehabilitationsantrag bei der Deutschen Rentenversicherung zu stellen. Dabei handelt es sich um die sogenannte Nahtlosigkeitsregelung. Darunter versteht man den Anspruch auf Arbeitslosengeld eines Leistungsgeminderten, der nicht verfügbar ist und bei dem die verminderte Erwerbsfähigkeit noch nicht festgestellt wurde.

Die Nahtlosigkeitsregelung überbrückt also eine Phase bis zur Klärung der Zuständigkeit zwischen der Agentur für Arbeit und der gesetzlichen Rentenversicherung. Bei Grenzgängern besteht auch ausnahmsweise ein Anspruch auf Arbeitslosengeld I in Deutschland, wenn diese Voraussetzungen erfüllt werden und das Arbeitsverhältnis in Deutschland noch besteht.

Weitere Informationen können der AK-Broschüre „Ratgeber für Grenzgänger aus Deutschland und Frankreich” entnommen werden.

Bezüglich weitergehender Informationen zum Arbeitsrecht empfehlen wir unser Faltblatt „Krank im Arbeitsverhältnis” als weitere Informationsquelle.

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Kostenlose Beratung durch die Arbeitskammer

Saarländische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben Anspruch auf kostenlose Beratung durch die Arbeitskammer. Bitte wenden Sie sich in Beratungsangelegenheiten direkt an die Abteilung Beratung der AK.

Kontakt:
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