Die Arbeitskammer fordert einen Neustart beim saarländischen Nahverkehr

Pressedienst vom

Verkehrsunternehmen, Kommunen, Städte, Landkreise und das Land müssen besser kooperieren, um die aktuelle Kleinteiligkeit im Nahverkehr zu überwinden

Die Arbeitskammer fordert einen Neustart beim saarländischen Nahverkehr. Die Chancen dafür sind gut. Mit der Verabschiedung des Verkehrsentwicklungsplanes 2030 der Landeshauptstadt Saarbrücken im Herbst 2016, dem Inkrafttreten eines neuen ÖPNV-Gesetzes zum 1. Januar 2017 und des jetzt in Arbeit befindlichen Verkehrsentwicklungsplanes ÖPNV Saarland (VEP Land) gibt es eine solide Grundlage um überfällige Aufgaben endlich erfolgreich anzupacken.

Dafür müssten Verkehrsunternehmen, Kommunen, Städte, Landkreise und das Land aber besser kooperieren, um die aktuelle Kleinteiligkeit im Nahverkehr zu überwinden. Die bessere Kooperation trägt auch zur Qualitätssicherung im Nahverkehr bei. Für Kunden sind Maßnahmen wie der jetzt verkündete Notfallplan der Saarbahn inakzeptabel. Nahverkehrsnutzer möchten dass Busse und Bahnen fahren, welcher Landkreis Verkehre beauftragt, welches Verkehrsunternehmen eine Linie fährt oder wer Eigentümer eines Bahnhofsgebäudes ist, ist ihnen egal. Sie wünschen sich einen verständlichen und attraktiven Tarif, ein Gefühl von Sicherheit und Wohlbefinden an Haltestellen und Bahnhöfen und in deren unmittelbarem Umfeld, qualifiziertes und freundliches Personal, hohe Sozialstandards für die Beschäftigten, Anschlusssicherheit sowie die attraktive Verknüpfung von Radverkehr und ÖPNV. Fast alles Erkenntnisse aus der aktuellen Befragung im Rahmen des VEP Land.

Die Kammer sieht auch die Landesregierung in der Pflicht, stärker als bisher die Leitlinien einer zukunftsorientierten Nahverkehrspolitik im Saarland zu definieren. Ohne wirksame Steuerungsinstrumente wird die Umsetzung einer solchen Politik jedoch wenige Chancen auf Erfolg haben. Das von der Landesregierung ausgerufene Jahrzehnt der Investitionen muss deshalb auch dem saarländischen Nahverkehr zu Gute kommen, so die Kammer. Es braucht jetzt nicht nur Willensbekundungen, es ist Zeit für konkrete Taten, im Land, in den Kreisen und Kommunen und in den Verkehrsunternehmen.

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