„Arbeitnehmer gegen Rechtsextremismus“ – Die Demokratie muss sich wehren

Pressedienst vom

Eine Resolution der Vertreterversammlung der Arbeitskammer des Saarlandes

Deutschland im Herbst 2018: Unsere Demokratie ist in Gefahr! Konnte man die Aussage bis vor kurzem noch mit einem Fragezeichen versehen, ist das Ausrufezeichen aktuell nur allzu berechtigt. Fast überall in Europa macht sich schon längere Zeit rechtes Gedankengut breit – spätestens in Folge der Flüchtlingskrise 2015 auch in Deutschland. Seit dem wird eine Minderheit für alles verantwortlich gemacht, was hierzulande vermeintlich schief läuft - allen voran von der AfD und in deren Sog sogenannte Wutbürger, Rechtspopulisten,  Reichsbürger, Identitäre, Rechtsextremisten. Sie alle machen nicht erst seit den „Trauermärschen“ von Chemnitz massiv Front gegen unsere demokratische Grundordnung und damit gegen die Grundwerte unseres Zusammenlebens.

Die Vertreterversammlung der Arbeitskammer des Saarlandes spricht sich klar aus:

Gegen Hass und Gewalt – Für Solidarität statt Spaltung

Jeder Mensch hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Wir rufen deshalb alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer dazu auf, entschieden allen menschfeindlichen, rechtsextremen und antidemokratischen Umtrieben entgegen-zuwirken. Dazu gehört auch, sich von solchen Gruppen und Demonstranten zu distanzieren. In den Betrieben und Verwaltungen arbeiten Menschen unterschiedlicher Herkunft, Sprache, Religion und Kultur erfolgreich zusammen. An den Arbeitsplätzen haben wir gelernt: Rassismus und Spaltung schadet uns allen.

Die Arbeitskammer engagiert sich und ruft alle saarländischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf, Hass, Gewalt, Rassismus und Spaltung entschieden entgegen zu treten!

Die 2015 ins Leben gerufene Initiative der Arbeitskammer „Arbeitnehmer gegen Rechtsextremismus!“ tritt ein für eine offene, freiheitliche, bunte und solidarische Gesellschaft. „Wir sind mehr“ – und je mehr wir sind, je breiter wir aufgestellt sind, umso erfolgreicher können wir dagegen halten. Daher ruft die Vertreterversammlung der Arbeitskammer alle demokratisch gesinnten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf, sich zu beteiligen und auch laut zu werden. Im Zusammenhalt mit zahlreichen befreundeten und gleichgesinnten Institutionen geht es darum, in zahlreichen Veranstaltungen und Initiativen gemeinsam mit saarländischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, unsere Demokratie zu stärken.


Demokratie in Gefahr? – eine Veranstaltungsreihe

In den kommenden Monaten wird die Reihe „Demokratie in Gefahr!“ fortgesetzt. In den Diskussionsrunden, gemeinsam präsentiert mit der Stiftung Demokratie und dem Kulturforum der Sozialdemokratie, berichten ausgewiesene Rechtsextremismus-experten wie Steffen Kailitz von der Universität Dresden und der Hamburger Autor Andreas Speith.  Auch prominente Journalisten wie Heribert Prantl von der „Süddeutschen Zeitung“ und Hasnain Kazim vom „Spiegel“ bewerten die Problemlage und diskutieren mit den Veranstaltungsbesuchern.

Die Termine:

31.10.2018, 18.30 Uhr – Demokratie in Gefahr? – Fake News und rechte Positionen? Wie Rechtsradikale unsere Gesellschaft bedrohen – Gespräch mit Andreas Speit, Journalist und Publizist, Autor und Herausgeber zahlreicher Bücher zum Thema Rechtsextremismus und Neonazismus in Europa (u.a. „Reichsbürger, die unterschätzte Gefahr“) und Jakob Guhl, Extremismusforscher am Londoner Insitute for Strategic Dialogue, dort arbeitet er u.a. bei der Online Civil Courage Initiative – Saal der Stiftung Demokratie Saarland

06.11.2018, 18.30 Uhr – Demokratie in Gefahr? Gebrauchsanweisung für Populisten. Wie gehen wir mit der Herausforderung um? – AK Gespräche mit Prof. Dr. Dr. h.c. Heribert Prantl, Journalist, Mitglied der Chefredaktion der Süddeutschen Zeitung und Buchautor (u.a. „Gebrauchsanweisung für Populisten. Wie man dem neuen Extremismus das Wasser abgräbt“) – Großer Saal der Arbeitskammer

12.12.2018, 18.30 Uhr – Demokratie in Gefahr? Hitlergruß und rechtsradikale Posts: wie verfassungsfeindlich ist die neue Rechte? – Gespräch mit Hasnain Kazim, Journalist (Der Spiegel) und Buchautor (u.a. „Post von Karlheinz. Wütende Mails von richtigen Deutschen – und was ich ihnen antworte“), Prof. Dr. Steffen Kailitz, Politikwissenschaftler, Autor und Herausgeber – Saal der Stiftung Demokratie Saarland und Jo Leinen, Mitglied des Europäischen Parlaments.

„Erinnert Euch!“ – Ein Wettbewerb für Jugendliche um den Esther-Bejarano Preis

Mit dem Projekt „Erinnert Euch!“ werden ganz gezielt junge Menschen angesprochen und aufgefordert sich mit der deutschen Vergangenheit mit filmischen Mittel auseinander zu setzen. Ausgelobt wird der Esther-Bejarano-Preis. Das Ziel: niemals vergessen, die richtigen Schlussfolgerungen aus dem Vergangen zu ziehen und Demokratie angemessen wertzuschätzen. Auch hier stehen neben den Gewerkschaften zahlreiche Institutionen als Partner bereit, Bildungsminister Commerçon ist Schirmherr.

Wir möchten mit diesem Projekt Schülerinnen und Schüler auf Spurensuche schicken. In unsere Vergangenheit – aber auch in die Gegenwart. Dorthin wo früher Nazis ihr Unwesen trieben oder heute rechte Extremisten und Populisten Stimmung machen und die Demokratie gefährden. Wir suchen Mitmacher, die in ihrem Umfeld zum Thema Rechtsextremismus, Faschismus, Rechtspopulismus recherchieren sollen. Die Ergebnisse werden dann filmisch, per Handy, Cam etc. umgesetzt. Die Jugendlichen sollen möglichst unvoreingenommen und kreativ agieren. Es können kurze Dokumentationen von Orten sein, die in der Zeit des Nationalsozialismus eine Rolle gespielt haben. Auch Interviews von Zeitzeugen sind denkbar.

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