AK begrüßt Kita-Beitragssenkung durch das „Gute-Kita-Gesetz“

Pressedienst vom

„Die Senkung der Kita-Elternbeiträge ab August 2019 ist ein wichtiger Beitrag zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie der Bildungsteilhabe. Dadurch werden Familien im Saarland finanziell entlastet, die im Bundesvergleich höhere Kosten für die Kinderbetreuung aufbringen müssen“, betont Thomas Otto, Hauptgeschäftsführer der Arbeitskammer. „Gleichzeitig muss aber sichergestellt werden, dass aufgrund der Befristung bis 2022 die Beiträge nicht wieder schlagartig ansteigen“, so Otto weiter. Hier seien die Länder gefordert, dem Bund eine dauerhafte Finanzierungsbeteiligung zu ermöglichen.

„Wir fordern seit Jahren, dass die Kita-Beiträge gesenkt werden. Dass dies nun Realität wird, ist sehr erfreulich. Es verdeutlicht aber gleichzeitig das Dilemma: Von den 65 Millionen Euro, die das Land vom Bund erhält, fließen 47 Millionen in die Beitragssenkung. Andere Länder, die es bereits früher geschafft haben, für Beitragsfreiheit zu sorgen, können natürlich mehr Mittel für bessere Personalschlüssel und gute Arbeitsbedingungen investieren“, erläutert Otto.

Der immense Ausbau in den vergangenen Jahren hat eine stetig steigende Nachfrage nach Kinderbetreuungsplätzen zur Folge. Bereits jetzt ist es problematisch, diese Nachfrage aufgrund von fehlenden Fachkräften und Plätzen zu bedienen. Durch zunehmende Anforderungen und eine zu geringe Mindestpersonalzahl ist die Situation in vielen Kitas mittlerweile sehr angespannt, wie jüngst die ver.di-Fachgruppe Sozial-, Kinder- und Jugendhilfe in ihrem offenen Brief an die verantwortlichen Politikerinnen und Politiker  betonte.

Deshalb fordert Thomas Otto: „Neben dem quantitativen Ausbau muss die Weiterentwicklung der Qualität ganz oben auf die politische Agenda. Die geplante Unterstützung von sozial stärker belasteten Kitas durch eine zusätzliche Viertelstelle begrüßen wir grundsätzlich. Dafür muss zuerst ein geeigneter Sozialindex geschaffen werden. Allerdings darf die Mehrheit der rund 500 Kitas im Saarland nicht leer ausgehen. Nur mit flächendeckend besseren Arbeitsbedingungen kann den hohen Anforderungen an die frühkindliche Bildung adäquat begegnet werden.“

Forderungen der Arbeitskammer für Gute Arbeit in Kindertageseinrichtungen

  • Verbesserung des Personalschlüssels bzw. der Fachkraft-Kind-Relation nach wissenschaftlichen Standards
  • mindestens 25 Prozent der Arbeitszeit für mittelbare pädagogische Arbeit (Vor- und Nachbereitungszeit etc.)
  • ausreichende Zeitkontingente und Förderung für Fort- und Weiterbildung
  • Personalreserve bei Urlaubs- und Krankheitsausfällen in allen Kreisen
  • Sicherung der Freistellung von Leitungskräften
  • ausreichende Zeitkontingente für Praxisanleitung von Auszubildenden

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