Im Rahmen der 1. Mitbestimmungsmesse Saar vergaben die drei Veranstalter, der Deutsche Gewerkschaftsbund Rheinland-Pfalz/Saarland, die Arbeitskammer und die Beratungsstelle BEST e.V. am 6. November 2019 in der Congresshalle Saarbrücken den Mitbestimmungspreis 2019.

Ausgezeichnet wurden insgesamt drei Betriebs- und Personalräte, die ein innovatives Thema in einem schwierigen Umfeld durchsetzen konnten. . Den Preis überreichten die Veranstalter der Messe gemeinsam mit der saarländischen Wirtschafts- und Arbeitsministerin Anke Rehlinger. Der Preis ist jeweils mit einem Bildungsgutschein für das Arbeitskammer-Bildungszentrum in Kirkel dotiert.


Der 1. Preis geht an den Personalrat der  Universitätsklinikum Homburg (UKS).

Hier heißt  Mitbestimmung, Entlastung für das Pflegepersonal durchzusetzen.

Gelobt wird hier vor allem die innerbetriebliche Mobilisierung der Betroffenen. „Beim Ringen um mehr Pflegepersonal  wurden und werden konkrete Erfolge erzielt. Das Wirken von Personalrat (und ver.di) steht in absoluter Übereinstimmung mit gesamtgesellschaftlichen Bedürfnissen“, lobt Jörg Caspar. Konkret geht es um die  betriebliche Umsetzung der im September 2018 von ver.di durchgesetzten „schuldrechtlichen Vereinbarung, Entlastung und Stärkung der Beschäftigten“ des UKS. Die schuldrechtliche Vereinbarung hat bundesweiten Pilotcharakter im Kampf um mehr Pflegepersonal. Es wurde ein betriebliches Personalbedarfsermittlungsverfahrens  eingeführt. Dem Personalrat fällt dabei eine entscheidende Rolle zu, etwa in der Besetzung der 145 neuen Stellen (davon 130 in der Pflege). Es wurden bundesweit einmalig so genannte Belastungstage eingeführt.  Ebenso gibt es im UKS jetzt ein „Konsequenzen-Management-System“ bei Unterschreitung der Sollbesetzung.


Der 2. Preis geht an den Betriebsrat der Helvetia Packaging AG, Lisdorfer Berg, Saarlouis.

Der Betriebsrat kämpft um die Durchsetzung von Mitwirkungs- und Mitbestimmungsrechten.

Diese werden ihm aktuell vom  Arbeitgeber verwehrt. Die Arbeit soll durch persönliche Sanktionen behindert werden. So wurde dem Vorsitzenden seit über einem Jahr kein Gehalt mehr bezahlt. „Der Betriebsrat kämpft unbeirrt und mit Rückgrat um seine Rechte“, lobt Eugen Roth. „Diesen harten Kampf zu würdigen, war uns ein besonderes Anliegen.“


Der 3. Preis geht an den Betriebsrat von Bosch in Homburg.

Mitbestimmung heißt hier, sichere Arbeitsplätze mit zukunftssicheren Produkten für die Belegschaft mitzugestalten.

Der Bosch Standort Homburg leidet im besonderen Maße unter den Veränderungen in der Automobilindustrie insbesondere unter dem Einbruch der Dieselproduktion und der Perspektivlosigkeit dieser Antriebstechnik. Ohne neue Produkte wird es keine gute Zukunft für den Standort geben. Der Betriebsrat stellt dar, wie er unter Nutzung seiner Mitwirkungs- und Mitbestimmungsrechte dazu beigetragen hat und dazu beitragen wird, die Produktion der mobilen Brennstoffzelle nach Homburg zu holen. „Die Losung „Bosch bleibt, Zusammen. Für alle. Für uns“ bringt nach Ansicht sehr gut zum Ausdruck, dass es mit der Sicherung des Bosch Standortes auch um die Zukunft einer ganzen Region geht. Die angestrebte Fertigung zukunftsfähiger Produkte ist zudem notwendiger Bestandteil für den Umbau der gesamten Saarwirtschaft“, betont Thomas Otto.

Alle Preisträger gemeinsam auf der Bühne