Pressedienst vom 21. Oktober 2024
In den vergangenen zehn Jahren sind über 11.000 Industrie-Arbeitsplätze im Saarland abgebaut worden. Dennoch stellt der industrielle Kern weiterhin die tragende Säule der saarländischen Wirtschaft dar, von der auch viele Arbeitsplätze in anderen Wirtschafts-bereichen abhängig sind. Zudem ist die relativ hohe Kaufkraft der Industrie-Beschäftigten für die gesamte Wirtschaftskraft und den gesellschaftlichen Wohlstand des Saarlandes essentiell. Angesichts der enormen Herausforderungen muss das Ziel einer erfolgreichen Industriepolitik deshalb sein, die weitestgehend gut organisierte sowie stark tarifgebundene und damit in der Regel gut entlohnte Industriearbeit an der Saar zu sichern und zu stärken. Das stellt die Arbeitskammer in ihrer neu erschienenen AK-Analyse heraus.
Insbesondere die Schlüsselindustrien an der Saar (Automotive, Maschinenbau und Metallgewerbe) kämpfen seit Jahren mit enormen Herausforderungen: Außenwirtschaftliche Probleme und geopolitische Unsicherheiten, Kostendruck durch ausländische Standorte und Überkapazitäten auf dem Weltmarkt, Abhängigkeiten durch Just-in-Time-Produktion und von Rohstofflieferungen, Digitalisierung und Automatisierung, neue Wettbewerber und veränderte Kompetenzanforderungen, fehlende Unternehmenszentralen und häufig Eindimensionalität statt breiter Produktpalette in vielen Zuliefererbetrieben sowie Dekarbonisierung und notwendige klimapolitische Umstellungen in der Produktion. Diese Entwicklungen machen sich auch auf dem saarländischen Arbeitsmarkt bemerkbar: Zwischen 2014 und 2024 wurden knapp 11.000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze in der saarländischen Industrie abgebaut (-11,0 %, Bund: +2,0 %), so dass dort inzwischen nur noch ca. 87.800 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind.
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