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Pressedienst vom 14. März 2025

Das aktualisierte Gutachten zur Lehrkräfteversorgung bis 2035 von Prof. Dr. Klaus Klemm im Auftrag der Arbeitskammer zeigt: Das Saarland steht weiterhin vor erheblichen Herausforderungen in der Lehrkräfteversorgung. Denn der Lehrkräftebedarf bleibt hoch: Bis 2030 müssen jährlich durchschnittlich 358 neue Lehrkräfte eingestellt werden, bis 2035 im gesamten Jahresdurchschnitt immer noch 243 – allein um das derzeitige System aufrechtzuerhalten.

Während das Klemm-Gutachten im Primarbereich von leicht sinkenden Schülerzahlen ausgeht, bleiben die Bedarfe in der Sekundarstufe I und an Beruflichen Schulen im Prognosezeit-raum hoch bzw. steigen. Und: „Dringend notwendige Reformen, etwa für Inklusion oder den qualitativen Ganztagsausbau, sind darin noch nicht berücksichtigt“, erläutert Melanie Blatter, Leiterin der Abteilung Bildungs- und Wissenschaftspolitik der Arbeitskammer. „Sollten in ein-zelnen Bereichen die Schülerzahlen tatsächlich langfristig sinken, muss dies als Chance genutzt werden, Strukturen zu verbessern – etwa für kleinere Klassen, individuelle Förderung oder Ganztagsausbau. Und in den Mangelbereichen wie den Beruflichen Schulen oder der Sekundarstufe I müssen wir schon jetzt deutlich nachlegen und nachpersonalisieren", so Blatter. Zudem könnten geopolitische Entwicklungen, Kriege und Fluchtbewegungen die Prognosen schnell überholen, wofür es laut Blatter auch einen Puffer braucht.

„Ein bloßer Erhalt des Status quo kann daher nicht unser Anspruch sein“, mahnt Max Hewer, Landesvorsitzender der GEW Saarland. „Wenn im Saarland laut IQB-Bildungstrends ein Drittel der Jugendlichen am Ende der Sekundarstufe I nicht den Mindeststandard im Lesen für den Mittleren Schulabschluss erreicht, dann sind wir hier offenbar nicht gut aufgestellt. Angesichts der notwendigen Transformation sind die schlechten Werte in den Kernkompetenzen alarmierend.“

Hewer ergänzt „Die Konkurrenz um Lehrkräfte wächst bundesweit. Höhere Unterrichtsverpflichtung und geringere Besoldung, um nur zwei Beispiele zu nennen, sind für das Saarland ein klarer Nachteil.“ Dazu kommt, dass das Saarland für viele Fachrichtungen im beruflichen Lehramt sowie in der Sonderpädagogik keinen grundständigen Studiengang anbietet. Hewer: „Wer langfristig genügend Lehrkräfte im Land halten will, muss auch die Ausbildung vor Ort sicherstellen.“

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