Im Saarland werden immer weniger Ausbildungsverträge abgeschlossen und der Anteil der Betriebe, die ausbilden, sinkt kontinuierlich. Zugleich bleibt mehr als ein Fünftel der 20- bis 34‑Jährigen ohne Berufsabschluss. Schon heute suchen Unternehmen dringend Fachkräfte. In den kommenden 17 Jahren scheiden zudem rund 104.000 Fachkräfte aus dem Berufsleben aus – Ersatz wird dringend gebraucht.
Ausbildung kostet Geld. Bisher tragen die Kosten jene Betriebe, die ausbilden. Obwohl alle Arbeitgeber vom qualifizierten Nachwuchs profitieren, beteiligt sich im Saarland nur etwa jeder fünfte Betrieb an der dualen Ausbildung. Dass ein solidarisches Finanzierungssystem funktionieren kann, zeigt die Pflege: Seit 2020 zahlen dort alle Einrichtungen in einen Umlagefonds ein, aus dem ausbildende Betriebe ihre Ausbildungskosten vollständig oder weitgehend erstattet bekommen. Ähnlich funktioniert der Ausbildungsunterstützungsfonds in Bremen. Das gesetzlich geregelte Modell hat die Fachkräftesicherung zum Ziel und basiert auf dem Solidarprinzip: Alle Betriebe zahlen in einen Fonds ein, aus dem ausbildende Betriebe finanziell entlastet werden. Zusätzlich sollen aus dem Fonds bedarfsgerechte Angebote finanziert werden, um Betriebe bei der Ausbildung noch besser unterstützen zu können.
Wie der Ausbildungsfonds in Bremen funktioniert und auf welchen gesetzlichen Grundlagen er basiert, stellt Dr. Janis Vossiek, Referent für Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik der Arbeitnehmerkammer Bremen vor. Auf Basis erster Erfahrungen in Bremen wird diskutiert, welche Lehren sich daraus für das Saarland ziehen lassen.
Wir laden Sie herzlich ein, sich zu informieren und Ihre Perspektiven einzubringen.
Mit dem Format der Transformationstalks schafft die Arbeitskammer eine Reihe für fachliche Dialoge über die Herausforderungen der sozial-ökologischen Transformation. Im Mittelpunkt stehen konkrete Gestaltungsansätze einer aktiven Transformationspolitik im Sinne der Arbeitnehmer*innen im Saarland.
Unterschiedlichste Themen werden in einstündigen Terminen mit entsprechenden Expert*innen diskutiert – von beispielsweise sozialverträglicher Mobilitätswende über Kommunalfinanzen bis hin zu Kreislaufwirtschaft oder wirtschaftliche Mitbestimmung.
Durch fachliche Inputs und Einblicke in konkrete Praxiserfahrungen sowie den anschließenden Austausch zwischen Impulsgebenden und den Teilnehmenden werden unter anderem folgen zentrale Fragestellungen bearbeitet:
- Wie kann der ökologische Umbau im Saarland arbeitnehmerorientiert und sozial gerecht gestaltet werden?
- Welche Schritte sind erforderlich, um die saarländische Wirtschaft klimaneutral und damit zukunftsfähig aufzustellen und dabei hochwertige Beschäftigung zu sichern?
- Welche Schritte und Maßnahmen sind zur Bekämpfung und Vermeidung von Armut und der Verschärfung sozialer Ungleichheit erforderlich?
- Wie können Mitbestimmung, Teilhabe und Demokratie auf allen gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Ebenen im Saarland gestärkt werden?
Die Veranstaltungsreihe findet immer online über Microsoft Teams statt, diesmal von 12 bis 13 Uhr.
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