Für jede fünfte Frau im Saarland ist Altersarmut bereits heute Realität

Pressedienst vom

In den kommenden 20 Jahren wird die Altersarmut in Deutschland trotz Reformbemühungen deutlich steigen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Bertelsmann-Studie. Mehr als jeder fünfte Mensch im Rentenalter könnte dann von Armut bedroht sein, heißt es dort. „Im Saarland ist Altersarmut bereits heute für jede fünfte Frauen Realität. Wirksame Reformen des Rentensystems aber auch auf dem Arbeitsmarkt sind deshalb überfällig“, betont Thomas Otto, Hauptgeschäftsführer der Arbeitskammer des Saarlandes.

Die Armutsquote von Rentner*innen und Pensionär*innen im Saarland ist von 2005 bis 2018 von 11,8 auf 17,6 Prozent gestiegen. Faktoren für den Anstieg sind die tiefen Einschnitte in das Rentensystem zu Beginn der 2000er Jahre, die Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt, Niedriglohn, Teilzeitarbeit, prekäre und geringfügige Beschäftigung. „Bundesarbeitsminister Hubertus Heil hat mit dem Vorschlag einer Grundrente einen ersten wichtigen Entwurf zur Bekämpfung der Altersarmut und zur Anerkennung der Lebensleistung älterer Menschen, die jahrzehntelang gearbeitet haben, gemacht. Dieses Gesetz muss schnellstmöglich ohne Bedürftigkeitsprüfung umgesetzt werden“, fordert Thomas Otto.

Damit die Renten nicht weiter abrutschen, müssen das Rentenniveau schnellstens stabilisiert und angehoben sowie die Leistungen für Erwerbsgeminderte verbessert werden. Außerdem müssen die Ausfallzeiten wie Ausbildung und Langzeitarbeitslosigkeit berücksichtigt werden. Auch die Grundsicherung muss sich erhöhen.

Um die Rente armutsfest zu machen, muss zudem im Erwerbssystem Gute Arbeit umgesetzt werden. „Der Mindestlohn muss rentenfest auf mindestens 12 Euro angehoben werden. Niedriglohn und prekäre Beschäftigung sind zurück zu drängen und die Entgeltgleichheit von Frauen und Männern muss realisiert werden“, fordert Otto abschließend.

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