AK-Analyse der Branchenstrukturen im Saarland zeigt: aktive regionale Industrie- und Arbeitsmarktpolitik ist notwendig

Pressedienst vom

Wo liegen die Schwerpunkte der saarländischen Wirtschaft? Welche Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken sind damit verbunden? In der „Analyse der Branchenstrukturen im Saarland“ versucht die Arbeitskammer, diese und weitere Fragen zu beantworten. „Eins ist klar: Wir brauchen eine aktive regionale Industrie- und Arbeitsmarktpolitik unter Einbezug aller Branchen, auch des Dienstleitungssektors und aller relevanten Akteure – insbesondere der Arbeitnehmervertretungen“, sagt Thomas Otto, Hauptgeschäftsführer der Arbeitskammer.

Tiefgreifende Transformationsprozesse durch neue Produkte und Produktionsprozesse sind im Gange. Sie gehen mit veränderten Wertschöpfungsketten, veränderten Arbeitsbedingungen, neuen Formen von Arbeit und neuen Wettbewerbern einher. Das Saarland befindet sich in einer entscheidenden Phase, in der wichtige Weichen für die Zukunft des Wirtschaftsstandortes gestellt werden. Dabei ist die saarländische Wirtschaft weiterhin stark geprägt von der Industrie, die vor einer Reihe an Herausforderungen steht: Digitalisierung, E-Mobilität, Dieselskandal, Stahlkrise, Handelskonflikte, Brexit… Zentral dabei ist: „Es müssen Arbeitsplätze erhalten und geschaffen werden, die den Kriterien Guter Arbeit entsprechen. Die saarländische Industrie bietet solche Arbeitsplätze: also sichere, mitbestimmte Arbeitsplätze mit guten Arbeitsbedingungen und Löhnen. Die Bruttolohn- und -gehaltsumme in der saarländischen Industrie lag im Jahr 2018 bei rund 4,7 Milliarden Euro bzw. 45.000 Euro je Arbeitnehmer*in und damit knapp 37 % über dem Durchschnittsverdienst in der saarländischen Gesamtwirtschaft,“ so Otto.

Das Saarland sei auf seinen gut organisierten und stark tarifgebundenen und damit in der Regel gut entlohnten industriellen Kern angewiesen. „Langfristig bedarf es aber auch einer Aufwertung der oft weniger gut bezahlten und schlechter ausgestalteten Dienstleistungstätigkeiten, insbesondere Sorge- und Familienarbeit müssen Anerkennung finden,“ fordert Otto. Für die Dienstleistungsbereiche im Allgemeinen gilt, dass die Qualität der Beschäftigungsverhältnisse hinter der in der Industrie zurückbleibt. Dabei steigt die Bedeutung der Dienstleistungen auch für den Standort Saarland. „Aktive Dienstleistungs- und Industriepolitik muss daher als oberstes Ziel haben, gut Arbeitsplätze zu schaffen. Dazu gehört auch die Stärkung der Mitbestimmung“, fordert Thomas Otto.

Im Fokus der „Analyse der Branchenstrukturen im Saarland“ stehen die Entwicklungen der einzelnen Branchen im Hinblick auf Arbeits- und Beschäftigungsmerkmale. Zentral für die Arbeitskammer ist dabei die Sicherstellung von Beschäftigung in der Gegenwart und Generierung von Beschäftigung und „Guter Arbeit“ in der Zukunft. Vor diesem Hintergrund zeigt die Branchenstrukturanalyse, wo Schwerpunkte der saarländischen Wirtschaft liegen und welche Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken damit verbunden sind. Daraus leiten sich u.a. folgende Fragen ab:

  • Wie verteilen sich Wertschöpfung und Beschäftigung auf einzelne Branchen und wie entwickeln sie sich im Zeitablauf?
  • Wie ist die Qualität der Beschäftigung zu bewerten?
  • Mit welchen Entwicklungen (gesellschaftlich, wirtschaftlich, technologisch) sehen sich die wichtigsten Branchen konfrontiert?
  • Welche Handlungsfelder ergeben sich für die Wirtschafts- und Industriepolitik im Saarland

Sie finden die Analyse im Anhang. Sie ist auch online erhältlich unter www.arbeitskammer.de/publikationen oder in gedruckter Form auf Anfrage unter oder 0681/4005-246.

Hinweis für die Presse: Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Abteilung Wirtschaftspolitik, Jonas Boos ().

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