Wege zu Guter Arbeit, wirtschaftlicher Stärke und sozialem Zusammenhalt
Die Arbeitskammer des Saarlandes (AK) hat heute ihren Jahresbericht 2026 an die Landesregierung übergeben. Unter dem Titel „Zukunftsbild Saarland 2040“ zeigt der Bericht: Ein wirtschaftlich starkes, sozial gerechtes und demokratisch stabiles Saarland ist erreichbar – wenn jetzt die richtigen politischen Entscheidungen getroffen werden.
„Wir machen deutlich: Die Zukunft ist gestaltbar. Das Saarland kann 2040 ein Land mit Guter Arbeit, starker Wirtschaft und hohem sozialem Zusammenhalt sein – dafür müssen aber heute die Weichen gestellt werden“, betont Christian Umlauf, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Arbeitskammer des Saarlandes.
Angesichts von Strukturwandel, Fachkräftemangel und wachsender Ungleichheit setzt die AK auf konkrete Zukunftsbilder. Sie sollen Orientierung geben und Vertrauen in politische Handlungsfähigkeit stärken.
Vier Zukunftspfade für das Saarland 2040
Nachhaltige Wirtschaft und starke Infrastruktur
Das Zukunftsbild: Das Saarland wird Modell für nachhaltige Transformation, in dem ökologische Modernisierung, industrielle Stärke und Infrastruktur zusammenwirken. „Wir brauchen gezielte Investitionen in Zukunftsfelder – klimaneutral, innovativ und mit guten Arbeitsbedingungen“, so Umlauf.
Die AK fordert:
- Sondervermögen und den saarländischen Transformationsfonds konsequent auf Resilienz und Gute Arbeit auszurichten
- Öffentliche Investitionen in Industriepolitik für ökologische Transformation und regionale Wertschöpfung, die der Markt von sich aus nicht leistet.
- Stärkung von Tarifbindung durch Verknüpfung mit Wirtschaftsförderung
- verlässlicher Netz- und Speicherausbau und eine sozial gerechte Energie- und Wärmewende
- Dauerhaft solide Finanzbasis für Kommunen durch Erhöhung des kommunalen Anteils am Umsatzsteueraufkommen von 2% auf 12%
Zukunftsfähiger Arbeitsmarkt mit Guter Arbeit
Das Zukunftsbild: Ein inklusiver Arbeitsmarkt, in dem Tarifbindung, Mitbestimmung und Weiterbildung selbstverständlich sind und prekäre Beschäftigung deutlich zurückgeht. „Gute Arbeit muss Markenzeichen des Standorts werden. Tarifbindung und Mitbestimmung sind zugleich ein Wettbewerbsvorteil und zentral zur Fachkräftesicherung “, sagt Umlauf.
Im Mittelpunkt stehen:
- Umgang mit vielfältigeren Belegschaften
- Erleichterung der Erwerbsbeteiligung durch Ausbau von Betreuungs- und Pflegeinfrastrukturen
- Stärkung von Weiterbildung als zentrales Element der Transformation
- Dauerhafte Übergangssysteme (Jobdrehscheiben) mit enger Verzahnung von Qualifizierung und Vermittlung
- Stärkung der Ausbildung etwa über solidarische Ausbildungsumlage, modernisierte Berufsorientierung
- Stabilisierung öffentlich geförderter Beschäftigung und des sozialen Arbeitsmarkts
Bildungsgerechtigkeit als Schlüssel
Das Zukunftsbild: Ein Bildungssystem mit fairen Chancen unabhängig von sozialer Herkunft, weniger Ungleichheit und gesicherter Fachkräftebasis. „Ohne Bildungsgerechtigkeit gibt es keine wirtschaftliche Zukunft. Wir müssen früher ansetzen und mehr investieren“, so Umlauf.
Zentrale Maßnahmen:
- Stärkung der frühkindlichen Bildung
- systematische Bildungssteuerung und multiprofessionelle Teams bilden die Grundlage für moderne Schulen
- bessere Übergänge in Ausbildung und Studium
- durchgängige Sprachförderung
Soziale Sicherheit und Zusammenhalt
Das Zukunftsbild: Ein solidarisches Gemeinwesen mit weniger Armut, bezahlbarem Wohnen und einer armutsfesten Pflege. „Soziale Sicherheit ist Grundlage für Vertrauen in Demokratie. Wer sich abgehängt fühlt, verliert Vertrauen“, betont Umlauf.
Die AK empfiehlt:
- konsequente Armutsbekämpfung durch Fortschreibung Aktionsplan Armutsbekämpfung und Ausweitung der erfolgreichen Quartiersansätze
- massiver Ausbau des sozialen Wohnungsbaus, Verringerung von Leerständen, Aktivierung öffentlicher Wohnungsbaugesellschaften
- solidarische Pflegefinanzierung: Deckelung der Eigenanteile (langfristig Pflegebürgervollversicherung), Land sollte Investitionskosten übernehmen
Klare Handlungsaufträge an die Landesregierung
Die Arbeitskammer betont die Gestaltungsspielräume des Landes – etwa in Bildung, Arbeitsmarkt, Armutsbekämpfung und sozialem Wohnungsbau – und ihre neuen finanzpolitische Spielräumen. „Die Landespolitik hat mehr Einfluss, als oft behauptet wird. Diese Spielräume müssen genutzt werden“, so Umlauf.
Zugleich fordert die AK mit Blick auf unsere Demokratie:
- mehr Bürgerbeteiligung
- stärkere politische Bildung
- mehr Mitbestimmung
Jetzt die Weichen stellen
Unser Jahresbericht 2026 an die Landesregierung zeigt: Die entscheidenden Jahre für das Saarland sind jetzt. „Wir zeigen konkrete Wege – jetzt kommt es darauf an, diese Chancen entschlossen zu nutzen und das Richtige zu tun“, so Umlauf.